Eine Bewerbung abschicken und nichts hören. Ein Vorstellungsgespräch durchlaufen undvöllige Stille erleben. Für die meisten aktiv suchenden Menschen in Deutschland ist das keinEinzelfall, sondern Alltag.
Jooble, laut SimilarWeb eine der weltweit zehn größten Plattformen für die Jobsuche, hat 1.052 aktiv suchende Personen in Deutschland befragt, um zu untersuchen, wieAblehnungen und Ghosting durch Arbeitgeber das psychische Wohlbefinden vonBewerbenden beeinflussen.
Das Ausmaß des Problems
Mehr als 8 von 10 Befragten (84,2 %) haben schon erlebt, dass ein potenzieller Arbeitgebernach einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch nicht reagiert – sogenanntesGhosting*. Nur 15,8 % berichten, dass ihnen das nie passiert ist.
Unter denjenigen, die Ghosting erlebt haben, variiert die Häufigkeit stark: 22,1 % erleben esselten (bei weniger als 1 von 4 Bewerbungen), weitere 22,1 % gelegentlich (bei 1 von 4 bis 1von 2 Bewerbungen), 22,5 % häufig (bei mehr als der Hälfte der Bewerbungen) und 17,5 %sehr häufig - bei über drei Viertel aller eingereichten Bewerbungen.
Wie Bewerbende auf Zurückweisungen und Stille reagieren
Auf die Frage nach den emotionalen Folgen gaben die Befragten Folgendes an:
- 32,6 % fühlen kurz Enttäuschung, erholen sich aber schnell
- 22,7 % empfinden jede Ablehnung zunehmend als frustrierend
- 20,6 % bleiben unbeeinflusst und behalten ihre Motivation
- 17,1 % beginnen, an ihren Fähigkeiten und ihrem Wert zu zweifeln
- 7 % fühlen sich so entmutigt, dass sie überlegen, die Jobsuche ganz aufzugeben
Ghosting und das berufliche Selbstbild
Unter denjenigen, die noch nie Ghosting erlebt haben, geben 31,3 % an, dass die Jobsucheihr Bild von den eigenen beruflichen Fähigkeiten negativ beeinflusst.
Unter denen, die Ghosting zumindest gelegentlich erleben (bei weniger als 25 % derBewerbungen) verdoppelt sich dieser Anteil auf 50,6 %. In der Gruppe, in der Ghostingmanchmal vorkommt (25–50 % der Bewerbungen), berichten 69 %, dass es ihr beruflichesSelbstbild negativ beeinflusst. Bei häufigem Ghosting (50–75 % der Bewerbungen) steigt derWert auf 77,2 %. Und unter denjenigen, die bei mehr als 75 % ihrer Bewerbungen ignoriertwerden, liegt der Anteil sogar bei 76,1 %. Das heißt, drei von vier Kandidierenden in dieserGruppe fühlen, dass systematische Stille ihr Bild vom eigenen beruflichen Wert verändert.

Balkendiagramm: Anteil der Jobsuchenden mit negativem Einfluss auf ihr professionelles Selbstbild — nach Häufigkeit von Ghosting-Erfahrungen. Von 31,3% (kein Ghosting) bis 77,2% (häufiges Ghosting). Quelle: Jooble-Umfrage, Deutschland 2026, n=1.052.
Generationenunterschiede: Wer besonders betroffen ist
Die Daten zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen:
- Bei Jobsuchenden ab 55 Jahren sagen 23,3 %, dass Ablehnungen sie nichtbeeinflussen. Bei den 18–24-Jährigen sind es nur 10,9 %.
- Die Bereitschaft, die Jobsuche ganz aufzugeben, variiert ebenfalls stark: 11,8 % derjüngsten Gruppe denken darüber nach, gegenüber 4,2 % bei 45–54-Jährigen und5,9 % bei 55 +.
Kumulative Frustration, also dass jede Ablehnung stärker ärgert als die vorherige, tritt vorallem bei den beiden jüngsten Gruppen auf: 29,1 % bei 18–24-Jährigen und 26,9 % bei 25–34-Jährigen. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil ab: 18,7 % bei 35–44-Jährigen,23 % bei 45–54-Jährigen und 20,8 % bei 55 +.
Die Fähigkeit, sich schnell von Enttäuschungen zu erholen, ist am niedrigsten bei den 25–34-Jährigen (25,6 %). Alle anderen Gruppen liegen zwischen 30,9 % (18–24) und 35,1 %(45–54). Zweifel an den eigenen Fähigkeiten und am Wert sind in allen Altersgruppenähnlich verteilt: 17,3 % (18–24), 18,1 % (25–34), 17,6 % (35–44), 18 % (45–54) und 15,4 %(55+).

Gruppiertes Balkendiagramm: Emotionale Reaktionen auf Absagen und Ghosting nach Altersgruppen (18–24 bis 55+). Fünf Reaktionstypen im Vergleich — von kurzer Enttäuschung bis hin zum Erwägen, die Suche aufzugeben. Quelle: Jooble-Umfrage, Deutschland 2026, n=1.052.
Methodik
Die Umfrage wurde von Jooble zwischen dem 21. Januar und 19. Februar 2026 unter aktiv Jobsuchenden in Deutschland durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.052 Personen teil. Die statistische Fehlertoleranz liegt unter drei Prozent.
Beim Bildungsstand haben 34,6 % eine Berufsausbildung, 33,2 % einen mittleren Schulabschluss, 11,9 % Abitur, 11,1 % einen Bachelorabschluss und 9,2 % einen Masterabschluss.
Beim beruflichen Status waren 33,9 % offiziell arbeitslos, 29,9 % beschäftigt und auf Jobsuche, 22,8 % haben kürzlich eine Stelle verlassen und suchen aktiv, 7 % sind selbstständig oder freiberuflich tätig.
Die Jobsuchenden streben Positionen in verschiedenen Branchen an, darunter auch im Gesundheitswesen (10 %) und in der IT/Technologie (8,2 %).
Über Jooble
Jooble ist ein globales produktbasiertes IT-Unternehmen, das als sein Hauptprodukt eineinternationale Jobsuchmaschine entwickelt, die Millionen Menschen aus 66 Ländern täglichbenutzen. Sie gehört zu den Top-10-Webseiten der Welt in der Kategorie 'Jobs undBeschäftigung' bezüglich des Traffics laut Similarweb.

